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Lebensraumgestaltung

 

Redaktion:

Maria Theresia Kalem - Journalistin

Norman Heimbrodt - Architekt

 

"Welcher Stil ist mein eigener? Wie möchte ich wohnen und leben? Was brauche ich dazu wirklich?"

Finden Sie zuerst Ihre Antworten auf diese Fragen. Dann können Sie beginnen, Ihre Lebensräume auf Ihre Bedürfnisse zuzuschneiden. Denn: Nicht unsere Lebensräume sollen unser Leben bestimmen, sondern wir entscheiden, wie die Räume um uns herum aussehen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass unsere Umgebung unser Leben und unser Wohlbefinden entscheidend beeinflusst. Das Herausnehmen von Störfaktoren (z.B. Barrieren in Form von Schuhen oder überfüllten Garderoben im Eingangsbereich, verwelkte Pflanzen, zu viel Dekoration ohne Funktion etc.) oder das Einbringen positiver Elemente (z. B. Platz und Übersicht schaffen, Licht hereinlassen, dunkle Ecken gut ausleuchten etc.) wirkt sich direkt auf das Wohlbefinden der Menschen aus, die sich in den Räumen aufhalten. Denn unsere Lebensräume sind nicht nur die Wände, die uns umgeben.

Schon Laotse sagte:

"... forme Lehm zu einem Gefäß; der innere Raum macht es brauchbar ..."

Analysieren Sie zuerst Ihre Bedürfnisse:

Am Anfang einer sinnvollen Lebensraum-Planung steht deshalb eine Analyse der eigenen Bedürfnisse. Was will ich in einem Raum tun? Wofür brauche ich ihn? Einige Fragen, die jeder für sich leicht beantworten kann, können helfen, die eigenen Wohnbedürfnisse zu erkennen:

  • Welche Atmosphäre benötige ich persönlich für welchen Raum? Jeder Raum soll einem bestimmten Zweck dienen. Die Atmosphäre ist oft entscheidend, ob die Erwartungen auch erfüllt werden.

  • Möchten Sie sich lieber in Ihr zu Hause zurückziehen oder nach außen öffnen? Suchen Sie mehr das mediterrane Lebensgefühl, das den Außenbereich (Terrasse, Hof, Straße) mit einbezieht oder ein Rückzugsrefugium nach dem Motto "My home is my castle?"

  • Gehören Sie zu den Menschen, die von der Morgensonne geweckt werden möchten? Soll die Mittagssonne ins Haus scheinen oder bevorzugen Sie ein schattiges Plätzchen? Wo möchten Sie das warme Licht der Abendsonne genießen? Denken Sie dabei vor allem darüber nach, wann Sie tatsächlich zu Hause sind, denn der Sonnenplatz im Süden nützt Ihnen nichts, wenn Sie in der Regel erst abends nach Hause kommen.

... so lässt sich die Liste der Fragen nach den eigenen Wohnbedürfnissen fortsetzen. Wenn Sie beginnen, Ihren Blick dafür zu schärfen, werden Sie im Laufe der Zeit Ihre persönlichen Wohnbedürfnisse ermitteln können. Gehen Sie doch ganz praktisch vor. Legen Sie beispielsweise eine Liste an, die Sie immer weiter ergänzen. Fragen Sie sich:

  • Was stört mich an einem bestimmten Raum?

  • Was finde ich gut an einem anderen Raum?

  • Welche Lebens- oder Arbeitsabläufe sollen in meinen neuen Räumen besser funktionieren?

Schauen Sie dabei auch nach den einfachen Dingen, die Ihnen zunächst vielleicht banal erscheinen:

  • "Wenn ich das Bad verlasse, schalte ich irrtümlich immer die Spiegelbeleuchtung ein, weil der Schalter für die Raumbeleuchtung draußen angebracht ist."

  • "Beim Einfüllen von Wasser in meinen großen Topf muss ich diesen mit der linken, schwächeren Hand halten, weil der Wasserhahn rechts an der Spüle angebracht ist."

... das sind nur zwei Beispiele von störenden Kleinigkeiten. Finden Sie Ihre kleinen Störfaktoren und dann ist der Weg zu einem ungestörteren Alltag oft nicht mehr weit.

Es kann viel Spaß machen, einmal die eigenen Gewohnheiten und Bedürfnisse aufzuspüren. Und nur wer tatsächlich weiß, was er will, kann sich auch auf den Weg machen, um sein Ziel zu erreichen.

 
 

Tipp:

Schauen Sie im Urlaub doch mal, was den Charme der Gebäude ausmacht. Sind es die verwendeten Materialien oder die landestypische Verarbeitung? Gibt es eine Beziehung zwischen der Mentalität der Einheimischen und der Art, wie sie mit ihrem Lebensraum umgehen.

Es ist nicht immer nur das Wetter, das diese besondere Atmosphäre schafft.

 
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