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"Man muss sehr wach sein, um gut träumen zu können. Auch für ein Luftschloss kommt es auf den Architekten an." Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller *1924

Kachelöfen und Kamine - Wärme für die Seele

Wärme und Licht für Körper und Geist

Ein Holzfeuer:

Die ursprünglichste Art der Menschen, Licht und Wärme in unser Leben zu bringen, wenn die Sonne alleine nicht ausreicht. Es selbst entfachen und sinnvoll nutzen zu können, war wohl einer der entscheidendsten Schritte der Menschheitsgeschichte. Auch auf uns übt ein Holzfeuer bis heute eine starke Anziehungskraft aus. Es verbreitet Licht, das durch sein Flackern interessante Reflexe und Bilder erzeugt. Es spendet Wärme und verströmt so Energie in seine Umgebung. Es knistert und erzeugt damit beim Menschen die Assoziation von Behaglichkeit, und richtig gemacht kann es auch unseren Geruchssinn positiv ansprechen. Diese Punkte sind es, die die bekannte "Kaminatmosphäre " ausmachen.

Es war einmal...

Wir haben wohl alle unsere Erinnerungen an Lagerfeuer, Kartoffelfeuer, Hutzelfeuer etc. aus unserer Kindheit und Jugend. Fast immer sind es schöne Erinnerungen (die, wenn wir ehrlich sind, in der Rückschau mit zunehmendem Alter immer noch schöner werden!), und irgendwie geraten wir gerne ins Schwärmen, wenn es um Dinge geht, die wir mit anderen rund um ein Feuer erlebt haben. Und wenn die Väter (tatsächlich sind es häufiger die Väter als die Mütter) heutzutage für die Kinder ein Lagerfeuer entfachen, dann tun sie das wahrscheinlich auch ein bisschen für sich selbst, denn gerne holen wir uns so ein Stück Jugendzeit ins Leben zurück. (Auch wenn wir uns statt auf Bierkisten heutzutage lieber in einen gut gepolsterten Campingstuhl setzen. Oder?)

Die Atmosphäre macht’s

Diese Erinnerungen zeigen, dass die Entscheidung für einen Kamin oder Ofen im Haus sehr emotional gesteuert sein kann. Ein sichtbares Holzfeuer im Wohnbereich dient in erster Linie der Gemütlichkeit. Es lädt ein, am Kamin zu entspannen, Musik zu hören oder sich zu unterhalten. Als Wärmequelle ist es geeignet, um schnell Behaglichkeit in einen etwas unterkühlten Raum zu bringen. Der Wohn-/ Essbereich ist daher einer der beliebtesten Plätze für einen Kamin. Doch sehr schön und praktisch kann eine Feuerstelle auch auf einer Terrasse, Pergola oder in einem Wintergarten sein. Wer sich gerne im Freien aufhält, kann so die Sommerzeit quasi ausdehnen. Wenn die Abende so wie jetzt länger und kühler werden (oder der Sommer mal wieder nicht hält, was er verspricht), bringt ein Kamin ausreichend Licht und Wärme. Dann kann die Gartenparty sich schon mal ein bisschen ausdehnen oder der gemütliche Abend zu zweit auf der Terrasse wird nicht durch die abendliche Kälte beendet.

Strahlungswärme

Wer das Holzfeuer in erster Linie zum Heizen nutzen möchte, für den ist ein Kachelofen die richtige Wahl. Im Frühjahr und Herbst kann er die Heizung völlig ersetzen und im Winter ist er die ideale Ergänzung. Ein Kachelofen erzeugt so genannte Strahlungswärme, die unseren Körper aufwärmt. Er arbeitet nicht wie eine herkömmliche Heizung mit warmer Luft. Das Feuer erhitzt die Ofenkacheln, diese speichern die Energie und geben sie dosiert und langsam an die Umwelt ab. Wer im Herbst am frühen Abend ein Feuer im Kachelofen entfacht, kann den ganzen Abend behagliche Wärme im Wohnraum erzeugen, und selbst am nächsten Morgen, wenn das Feuer längst abgebrannt ist, reicht die gespeicherte Restwärme noch aus, um in der Übergangsjahreszeit auf die Heizung verzichten zu können. Stellen Sie sich nur vor, Sie stehen morgens auf, erblicken durch die Fenster den langsam aufsteigenden Nebel und im Raum liegt noch die Wärme des behaglichen Vorabends...

Die Feuerstellen, an denen ein Kachelofen beheizt werden kann, sind dabei sehr variabel.

Wer nicht auf die Gemütlichkeit des Kaminfeuers verzichten will, kann eine sichtbare Feuerung vom Wohnraum aus wählen. Genauso ist es möglich, diese in den Keller zu verlegen. Das hat den Vorteil, dass das benötigte Brennholz meist auch in größeren Mengen in direkter Nähe gelagert werden kann und dass die Entsorgung der Asche keinen Schmutz und Staub in der Wohnung hinterlässt.

Ein Kachelofen bietet die verschiedensten Möglichkeiten.

Er kann bei guter Planung direkt auf die Wünsche und Lebensgewohnheiten der Bewohner zugeschnitten werden:

  • Ein Ofen kann mehrere Räume heizen. An einem zentralen Platz installiert, können so die am häufigsten genutzten Zimmer des Hauses versorgt werden. Beispiel: In der Übergangszeit wird primär das Wohn- und Esszimmer geheizt. Teile des Kachelofens versorgen aber auch die angrenzende Küche und eine Diele oder einen Eingangsbereich. Über ein Treppenhaus bzw. eine Galerie sind die Geschosse miteinander verbunden und es kann so noch genügend Wärme für die Schlafräume im Obergeschoss aufsteigen.

  • Ein Ofen kann zum Heizen und Kochen genutzt werden. In der Küche steht dann ein Holzherd, quasi die moderne Ausführung des Küchenherdes unserer Urgroßmütter, und auf der anderen Seite gliedert sich ein Kachelofen im Wohnbereich an.

  • Ein Ofen kann zum Heizen und Erwärmen des Brauchwassers genutzt werden. In der Übergangsjahreszeit wird die Zentralheizung komplett abgeschaltet.

Für welchen Zweck möchte ich einen Ofen oder Kamin?

Ein Holzfeuer im Haus kann also ganz verschiedene Möglichkeiten bieten. Wichtig ist deshalb wie immer, dass den Bewohnern ganz klar ist, was sie mit dem Ofen oder Kamin machen und erreichen wollen. Diese Frage muss zunächst genau beantwortet werden, damit es hinterher nicht zu einer Enttäuschung kommt. Im Gespräch mit den Fachleuten kann so eine individuelle Lösung erarbeitet werden.

Gut geplant ist halb gebaut!

Natürlich ist es auch möglich, in bestehenden Gebäuden Öfen und Kamine nachzurüsten. Meist gibt es jedoch ein paar Hürden zu nehmen, die beim Neubau von Anfang an berücksichtigt werden können. Die Frage nach einem Kachelofen, Ofensystem oder einem Kamin ist deshalb schon in der Anfangsphase der Hausplanung als wichtiger Punkt mit einzubeziehen. Die "Feuerstelle" eines Hauses hat meist mehr Einfluss auf den Grundriss als es auf den ersten Blick scheint. Ein Beispiel: Ein Kachelofen (-system) soll vor allem zum Heizen genutzt werden. Somit ist von Anfang an klar, dass er einen ganz zentralen Platz im Haus braucht. Im Grunde werden die Wohnräume um den Ofen herum gebaut. (So war es in der Menschheitsgeschichte schon immer). Oder auf einen ganz einfachen Nenner gebracht: Ein Heizkörper einer Zentralheizung kann fast überall hängen – ein Ofen braucht einen zentralen Raum. Der Grundriss eines Hauses mit Kachelofenheizung wird somit nicht nur von diesem beeinflusst, er wird sogar maßgeblich davon bestimmt.

Wer einen Kamin oder Ofen vor allem wegen der Atmosphäre haben möchte, sollte auch das bei der Planung zur Sprache bringen, denn auch dann muss der richtige Platz gefunden werden.

Wichtig ist es also, schon lange vor Baubeginn die Planung eines Ofens oder Kamins zu berücksichtigen.

Der Kachelofen oder Kamin soll später eingebaut werden!

Kein Problem. Der Bau eines Kachelofens oder Kamins kann auch in einem Neubau erst einmal um ein paar Jahre verschoben werden. (Vorausgesetzt allerdings, er ist nur als zusätzliche Heizmöglichkeit eingeplant.) Eine durchaus sinnvolle Lösung für diejenigen, die in der Hauptbauphase manche höhere Ausgabe auf einen späteren Zeitraum verschieben möchten. Einige wichtige Punkte sollten jedoch in der Planung nicht vergessen werden, damit später keine zusätzlichen Kosten und unnötigen Hindernisse auftreten:

  • Ein Ofen oder Kamin braucht unbedingt einen eigenen Schornstein. Dieser kann ohne großen Aufwand und Kosten im Rohbau mitgemauert werden. Dabei gibt es zum Beispiel die günstige Möglichkeit, einen Doppelkamin durchs Haus zu führen. Wichtig ist, dass die Plätze für Öfen, Kamine und Heizung genauestens eingeplant sind.

  • Für den "Reserveschornstein" am Besten einen rechteckigen Querschnitt wählen. Das bietet gleich zwei Vorteile: Der spätere Rauchrohranschluss ist variabel, so dass die Detailgestaltung des künftigen Ofens/Kamins noch verändert werden kann, und er lässt sich dann leichter anbohren als ein runder Schornstein.

  • Die Fußodenbeläge sollten möglichst im Bereich der Feuerung den Brandschutzvorschriften entsprechen, d. h. es eignen sich besonders gut Fliesen und Natursteine. Wichtiger ist es jedoch, auf eine Fußbodenheizung /-erwärmung in dem Bereich zu verzichten, auf dem der Ofen später stehen soll.

  • Der Ofen sollte eine vom beheizten Raum unabhängige Frischluftzufuhr bekommen. Ein Feuer braucht Sauerstoff. Fehlt dieser, kann es zum Verschwelen des Holzes kommen. Unverbrannte Gase schaden dem Schornstein, aber vor Allem fehlt der Sauerstoff den Menschen, die sich in den Räumen aufhalten. Dieser Punkt wird bei der Ofenplanung zunehmend wichtiger, weil die Häuser immer besser abgedichtet und Isoliert werden. Besonders wichtig wird dieser Punkt bei Häusern mit Lüftungsanlagen.

  • Besonders größere Kachelöfen, die ein gewisses Gewicht haben, müssen bei der Berechnung der Statik berücksichtigt werden.

  • Mindestens ein Stromkabel sollte zu dem Platz geführt werden, an dem der Ofen/Kamin einmal stehen wird. Dann ist es hinterher leicht möglich, Extras wie eine elektrische Abbrandregelung, integriertes Licht oder eine elektrische Zusatzerwärmung einzubauen.

Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten eines eigenen Holzfeuers im oder ums Haus gibt es viele. Diese Informationen sollen eine Hilfestellung für all diejenigen sein, die gerne einen Kamin oder Kachelofen in ihrem Wohnbereich integrieren möchten. Ich hoffe, ich habe Sie mit dem heutigen Newsletter sprichwörtlich gesehen "hinter dem Ofen hervorgelockt".

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In einem guten Holzofen brennt jedes Holz gleich gut. Für offene Feuer hingegen ist nicht jedes Holz geeignet.

Alles Wissenswerte über den traditionellen und gleichzeitig modernen Brennstoff auf 132 reich illustrierten Seiten.

Professor Dr. Hans-Peter Ebert

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Redaktion:

Maria Theresia Kalem - Journalistin

Norman Heimbrodt - Architekt