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"Man muss sehr wach sein, um gut träumen zu können. Auch für ein Luftschloss kommt es auf den Architekten an." Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller *1924

 

Außenanlagen Gartenplanung Freiraumgestaltung

Haus mit Garten oder Garten mit Haus

Wichtig ist nicht, was an erster Stelle steht, wichtig ist das Miteinander. Haus und Garten sollen eine Einheit bilden, sich harmonisch ergänzen. Doch was bedeutet das?

Unsere Wohnhäuser haben verschiedene Funktionsbereiche wie Wohnen, Essen, Schlafen, Baden, Arbeiten etc. Diese Funktionsbereiche können wir uns nach außen hin erweitern, denn ein Wohnraum endet nicht mit den ihn umgebenden Wänden. Der Blick durchs Fenster nach draußen beeinflusst das ganze Jahr über Qualität und Atmosphäre eines Zimmers. Was ich dort sehe (oder auch was ich nicht mehr sehe, weil der Außenbereich nach meinen Vorstellungen gestaltet wurde und einen unangenehmen Anblick verdeckt hat), wird einen Einfluss darauf haben, wie ich mich in einem Raum fühle und was ich dort tue. Noch deutlicher wird das Wechselspiel von Innen und Außen in Räumen, die einen Zugang ins Freie haben. Dort kann der Lebensraum tatsächlich auch räumlich erweitert werden und das nicht nur in der warmen Jahreszeit.

Dazu einige Beispiele aus der Praxis:

  • Vor dem Wohnzimmer bietet es sich meist an, ein kleines Plätzchen zu schaffen, das zum Lesen oder Ausruhen in gemütlicher, geschützter Atmosphäre einlädt – eben ein intimer, eher privater Bereich.

  • Für die Terrasse mit dem Esstisch eignet sich hingegen mehr die Nähe zur Küche. Hier können sich die Bewohner spontan entscheiden, ob sie den Tisch für die Mahlzeiten schnell mal eben draußen statt drinnen decken, um das schöne Wetter auszunutzen, und jeder Gastgeber (meist sogar noch mehr die Gastgeberinnen!) wird froh sein, beim Grillfest im Garten nicht die halbe Kücheneinrichtung durchs Wohnzimmer schleppen zu müssen. Dazu kommt, dass die meist pflegeleichten (Fliesen-/Stein-) Fußböden der Küche das Rein und Raus besser vertragen als Parkett oder Teppich im Wohnzimmer.

  • Auch ein Badezimmer kann durch einen entsprechend gestalteten Gartenbereich bereichert werden. Ein sichtgeschütztes Plätzchen bietet die Möglichkeit, mal ein Frischluftbad zu nehmen. Und wer eine Sauna oder ein Tepidarium im Bad hat, wird den Gang nach draußen auch im Winter als willkommene Abkühlung schätzen.

  • Der so genannte Vorgarten – also der Platz vor dem Haus - hat zahlreiche Aufgaben zu erfüllen: Er soll die Besucher zum Haus geleiten (und nicht durch einen Irrgarten führen, der sie dann vielleicht vor der Kellertreppe oder dem Nebeneingang wieder umkehren lässt). Er kann halböffentliche Kommunikationszone sein. (Nicht jeden möchten die Bewohner zu jeder Zeit bis ins Haus vorlassen.)

  • Ein Wirtschaftshof mit Nähe zu Garage / Waschküche / Nebeneingang oder ähnlichem bietet die Möglichkeit für Arbeiten im Freien. Hier ist Platz, um beispielsweise Fahrräder und Mülltonnen zu reinigen, Wäsche aufzuhängen etc.

Die Möglichkeiten, den Außenbereich sinnvoll und nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet mit einzubeziehen, sind vielfältig. Wer ein Haus plant, muss deshalb frühzeitig auch die Gestaltung des Außenbereiches möglichst detailliert vor Augen haben, und umgekehrt ist es ebenso - wer seinen Garten verändern möchte, sollte die Gegebenheiten des Hauses unbedingt berücksichtigen. Auch wenn viele Dinge für sich alleine betrachtet schön sind, so können sie doch im Zusammenwirken mit anderen deplaziert wirken.

Redaktion:

Maria Theresia Kalem - Journalistin

Norman Heimbrodt - Architekt