| norman heimbrodt architekt |
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Architektur mit dem PLUS für Lebensqualität |
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"Man muss sehr wach sein, um gut träumen zu können. Auch für ein Luftschloss kommt es auf den Architekten an." Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller *1924 Schaffe, schaffe Häusle bauen! Wann lohnt sich Eigenleistung wirklich? Wann immer es um den Hausbau und dessen Finanzierung geht, ist der Begriff "Eigenleistung" schnell ausgesprochen. Doch das kann problematisch sein! Wird es beispielsweise bei der Kalkulation der Kosten knapp, werden die Zahlen gerne mit dem Hineinrechnen so genannter eigener Leistungen "schön gerechnet". Leider ist die Eigenleistung oft aber nicht so schnell erbracht, wie sie in die Kalkulation aufgenommen wurde. Deshalb hier ein paar Überlegungen zu einem vielbeschworenen Schlagwort: - Lösen Sie sich von der Vorstellung, dass Eigenleistung immer billiger ist. - Prüfen Sie Angebote genau. Dinge, die im Baumarkt angeboten werden und zu Hause selbst eingebaut werden müssen, sind nicht zwangsläufig günstiger als im Fachmarkt oder Handwerksbetrieb, wo sie einschließlich der Montage angeboten werden. Ein Beispiel: Sie erwerben im Baumarkt eine Eingangstür. Diese müssen Sie selbst nach Hause transportieren (vielleicht sogar dafür noch einen Anhänger ausleihen) und sie dann alleine einbauen. Dazu werden Sie mindestens einen Tag brauchen, vorausgesetzt, Sie stellt nicht während der Arbeit fest, dass Sie mit einem Detail nicht zurechtkommen oder ihnen gerade das benötigte Werkzeug fehlt. Solche Gewerke sollten Sie sich vom Fachmann einmal anbieten lassen. Oft erhalten Sie dann eine qualitativ hochwertigere Tür zum gleichen oder nur leicht höheren Preis mit kompletter Montage. Denken Sie immer daran, dass Fachbetriebe andere Einkaufskonditionen bekommen und deshalb ganz anders kalkulieren können. Das sollten Sie bedenken Kalkulieren Sie ein, dass gerade bei komplizierten Arbeiten auch mal etwas beschädigt werden kann. Passiert so etwas einem Handwerksbetrieb, muss er für die Reparatur des Schadens haften. Unterläuft Ihnen selbst ein Missgeschick, haben Sie die Kosten. Ähnlich verhält es sich mit der Gewährleistung. Wurden bei der Montage Fehler gemacht, erlischt diese und Sie haben die Folgekosten zu tragen. Wer Eigenleistung plant, sollte sich fragen, ob er tatsächlich die dafür nötige Zeit und Energie in der Bauphase aufbringen kann. Wenn ja, sollte trotzdem der Zeitrahmen nicht zu eng bemessen werden. Die Erfahrung zeigt, dass unvorhergesehene Schwierigkeiten jeden einmal treffen. Eigenleistung kann Folgekosten nach sich ziehen! Das klingt zunächst paradox, denn sie soll ja Geld sparen und nicht zusätzliche Ausgaben verursachen. Gemeint sind hier Investitionen für hochwertiges Werkzeug und andere Hilfsmittel, die auf einer Baustelle benötigt werden. Maschinen für den Hobbybedarf stoßen schnell an Leistungsgrenzen oder machen das Arbeiten unnötig schwer und anstrengend. Werkzeuge, wie sie von Berufshandwerkern benutzt werden, haben aber meist einen wesentlich höheren Anschaffungspreis. Verausgaben Sie sich nicht bereits in einer frühen Bauphase mit zu vielen Arbeitsstunden. Schnell ist sonst ein Zustand von Erschöpfung erreicht, und der Fortgang des Baus kann gebremst werden. Darunter leidet die Stimmung und oft auch der Geldbeutel. Privatleben und Gesundheit dürfen keinesfalls unter zu hochgesteckten Zielen leiden. Solche Lebensbereiche sind mit Geld nicht zu bezahlen! Wer nicht nur selbst am Bau tatkräftig mit anpacken will, sondern auch Freunde und Familienmitglieder einspannen kann, sollte vorher ein offenes Wort mit ihnen sprechen. Tatsächliche Verfügbarkeit, Einsatzbereitschaft und handwerkliches Können müssen ganz klar festgelegt sein. Und sprechen Sie auch einmal an, was derjenige als Gegenleistung erwartet. Hier sind natürlich keine Zahlungen gemeint, sondern Erwartungshaltungen, die eventuell geweckt werden können. Stellen Sie sich die Frage, ob Sie nach Ihrem eigenen Hausbau die nächsten Jahre auch bei den anderen mit anpacken wollen. Ein ehrliches Wort zur rechten Zeit kann späteren Ärger vermeiden helfen. Eigenleistung soll Geld sparen – das ist das erklärte Ziel. Doch stellen Sie sich einmal die Frage, wie Sie sonst Ihr Geld verdienen, und denken Sie mal darüber nach, ob nicht ein paar Arbeitsstunden mehr im eigenen Beruf mehr bringen als die ungewohnte Arbeit am Bau. Zusammengefasst Jeder muss für sich und seine spezifische Situation entscheiden, ob Eigenleistung tatsächlich sinnvoll ist, denn jeder hat andere Stärken, Vorlieben oder Möglichkeiten. Doch trotzdem kann eine einfache Faustformel im Allgemeinen angewendet werden: geringer Materialeinsatz + hohe Anzahl an Arbeitsstunden = lohnende Eigenleistung oder im Umkehrschluss: hoher Materialeinsatz + verhältnismäßig wenig Arbeitsstunden = wenig Ersparnis durch Eigenleistung In diesem Sinne – es gibt viel zu tun. Lassen wir uns helfen! Redaktion: Maria Theresia Kalem - Journalistin Norman Heimbrodt - Architekt |